Lernen - Gespräch - Diskurs 2
Ist nicht die Frage interessant, ob es Leitsätze für eine Diskursethik gibt, geben muss, ob für ein ethisch ausgewogenes, gutes Zusammenleben unabdingbare Leitsätze benannt werden können.

Verständlich, wahr, richtig, wahrhaftig - vier Geltungsansprüche nach Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handels.

Wie gehen wir in der Welt mit Konflikten um, lösen wir diese (Nordafrika, Naher Osten, Todesstrafe; Atomkraft-Konsenz; Streitschlichter, Mediatoren ...).
Es geht da ständig um den argumentativ aufgebauten Dialog. Werte, das Verständnis von Zusammenleben, einen dauerhaften Frieden - das sind zentrale Bezugspunkte.

Ist nach dem "Arabischen Frühling" und nach dem Bürgerkrieg in Syrien die
Zustimmung aller Betroffenen als Teilnehmer eines praktischen Diskurses möglich. Das wäre aber unabdingbar notwendig, um zu einem Frieden, zu Lösungen, zu einer Verbesserung der politischen Situation, des Zusammenlebens zu gelangen, zu einer für die Menschen dort insgesamt besseren Perspektive?

Dialog mit jugendlichen Krawall-Machern in London, Paris, Berlin, mit Demonstranten in Istanbul, Kiew. Oder hartes Einschreiten? Beides?
Diskurs bedeutet immer, die Ursachen für z. B. die sozialen oder politischen Unruhen zu betrachten, daraus soll sich ein Verstehen der Ausschreitungen entwickeln, ohne Gewalt und Zerstörung irgendwie gut zu heißen. Verstehen meint hier neutral verschiedene und konträre Forderungen nachzuvollziehen, analytisch zu erfassen, Fakten und Hintergründe zu registrieren.

Und schon sind wir wieder beim detektivischen Denken. Ohne das Registrieren und Analysieren, das Hin- und Herspielen der Fakten kommen wir nicht weiter, bleiben die Einschätzungen und Meinungen, bleibt vor allem die Lösungssuche flach.
Krimi und detektivisches Denken?
In Ordnung, ist ein hoher Anspruch, der im Begriff Diskurs steckt. Dennoch, das ist ein Reiz der Krimigeschichten und Krimidialoge. Zwei Personen tauschen Gedanken aus. Sie entwickeln Ideen, verwerfen diese.
Halten die Argumente der Plausibilitätsprüfung stand? Schließlich kristallisiert sich ein Ergebnis heraus, die Lösung des Falles ...


Diskurs, Diskurstheorie

Ein Diskurs ist ein wechselseitiges Gespräch zwischen mindestens zwei Personen.

1) Ein argumentativer, also für beide logisch nachvollziehbarer, gleichberechtigter Dialog.

2) Es geht um ein im Prozess des Aushandels sich herausbildendes gemeinsames Verstehen.


Lest in einigen, ganz hilfreichen Wikipedia-Artikel nach. Auch wenn es schwierig wird. Da müsst ihr nicht alles sofort verstehen und beginnt mit den Teasern der Artikel: Diskurs und Diskursethik. Dann schlage ich den Artikel "Theorie des kommunikativen Handels" vor, beginnt dort mit dem Kapitel Theoriekern und darin speziell dem Abschnitt "Geltungsansprüche".
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