pdf

Wissensmodell Mini
Es geht um den Ausgangspunkt.
Ich stelle ein Wissensmodell vor, das den Aufbau, das Zeigen und Benutzen von Wissen in die Denkmitte rückt.

Selbstverständlich sind didaktische Begriffe wie Inhalte, Standards, Kompetenzen, Ziele, Lehrstoff, Fächer ... sehr wichtig! Sie haben aber eine dienende Funktion.
Es sind Konstruktionen, um das Handeln und Lernen in Schule und Unterricht zu gestalten, damit Kinder und Jugendliche ihr Wissen kennen, ausbauen, erweitern, festigen, überprüfen, ...

Mit dem Wissensmodell will ich darauf orientieren, bei allen Reformen und Neuerungen zuerst von den Lebens- und Wahrnehmungswelten der Kinder und Jugendlichen auszugehen und speziell von da aus deren Potenziale zu entdecken, zu wecken, zu entwickeln.

Ich will absichern, dass die momentan überall betonte Individualisierung des Lernens sich nicht allein in den so wichtigen neuen Lernformen niederschlägt oder lediglich die derzeitig übertriebene Aufschlüsselung der Lernziele in die von Kompetenzen nach sich zieht. Und, wichtig ist mir, Individualisierung im gemeinsamen Lernen zu verankern.

Individualisierung ist sehr anspruchsvoll, äußerst schwierig umzusetzen im vernachlässigten Schulsystem. Doch der Anspruch ist wichtig. Individualisierung bedeutet, jedes Kind einzeln beim Aufbau von Wissen zu unterstützen - mit Blick auf Potenziale, mit vielfältigen Angeboten, Ideen
, Möglichkeiten. Was brauchen junge Menschen, um ihr Leben erfolgreich zu gestalten? Das ist der Maßstab. Das ist zugleich ein gesellschaftspolitisches Ziel.

Erst das Wissen um Sachverhalte und Zusammenhänge ermöglicht Bildung. Erst damit können Kinder und Jugendliche ihr Leben erfolgreich gestalten. Und gerade die konstruktive Teilhabe an der gesellschaftlichen Entwicklung setzt Bildung voraus.

Im dargelegten Denkmodell steckt ein einfacher Stufungsgedanke:

INFORMATION > WISSEN > BILDUNG

Dieses Begriffsgerüst genügt, um zu beschreiben, welche Kompetenzstufen bezogen auf eine Aufgabe, eine Fragestellung Kinder und Jugendliche erreichen können bzw. erreicht haben. Ich kann somit ein schlichtes formales Stufenmodell mit dem jeweils konkreten (!) Handeln und Lernen verknüpfen, das für die Aneignung eines besonderen Inhalts, für den Kompetenzerwerb erforderlich ist. Die Schülerinnen und Schüler zeigen, was sie erreicht haben und sie sollen das selbst einschätzen können.

Das alles meint "Wissen zeigen".

Im schulischen Lernen ist zugleich Vielfalt der Interaktionen angesagt. In Schule und Unterricht stecken Chancen und Handlungsmöglichkeiten. Die Vielfalt zu loben schließt ein, der Lehre weiterhin einen hohen Stellenwert einzuräumen. Allerdings wird sie im Wissensmodell an drei weitere Unterrichtsformen gekoppelt. Ich unterscheide insgesamt vier:

Lehre, Üben, Werkstattunterricht, Vorhaben/Projekt.

Der Werkstattunterricht ist das Kernstück des hier noch implizit angesprochenen Unterrichtsmodells. Mehr zeigen die Beispiele.

Die vier Unterrichtsformen bieten spezifische Möglichkeiten dazu an, dass Kinder und Jugendliche sich ihr Wissen selbst aufbauen, eigenes Wissen zeigen und Bildung erworben haben.

Wenn der Ausgangspunkt stimmt!

Jürgen Fischer, November 2008
W I S S E N S M O D E L L .. - ...INFORMATION - WISSEN - BILDUNG